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Transformationsproblem
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Das Transformationsproblem innerhalb der Arbeitswerttheorie (hier abgekĂŒrzt: AWT) von Karl Marx bezeichnet die Frage, ob ein konsistentes formales Verfahren angegeben werden kann, das erlaubt, die von der gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit bestimmten Werte von Waren in Produktionspreise umzurechnen.cite-ref-1[1]

Contents

‱ Literatur
‱ Weblinks
‱ Quellen

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Die Problemstellung

Nach dem Wertgesetz werden Waren im Durchschnitt gemĂ€ĂŸ ihrem Wert, d. h. der zu ihrer Produktion gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit ausgetauscht (Das Kapital, Band I):

W = c + v + m

‱ W = Wert der produzierten Waren
‱ c = konstantes Kapital (Abnutzung der eingesetzten Produktionsmittel)
‱ v = variables Kapital (Ersatz des Wertes der hierbei aufgewandten Arbeitskraft)
‱ m = Mehrwert

In Das Kapital, Band III tritt jedoch die Annahme hinzu, dass die von den Kapitalisten erzielte Profitrate m / (c + v) dazu tendiert, sich durch die Konkurrenz der Kapitalien ĂŒber alle Branchen zu einem Durchschnittsniveau hin auszugleichen.

W = c + v + m = k + m = k + p

‱ k = Kostpreis
‱ p = Profit

Die unter den Bedingungen dieser Umverteilung des Mehrwerts errechneten Produktionspreise weichen von den so zuvor errechneten Warenwerten systematisch ab.

Marx unterstellt hierbei:

‱ Die Summe der Werte sei gleich der Summe der Preise.
‱ Die Summe der Mehrwerte sei gleich der Summe der Profite.
‱ Die Wertprofitrate sei gleich der Preisprofitrate.

Wenn man nun mehrere Produktionszweige mit unterschiedlichen Profitraten annimmt, so muss man auch die Interdependenz der Produktionszweige untereinander in Rechnung stellen. Die Schwierigkeit liegt dann darin, eine simultane Transformation zu bewerkstelligen, die den Gesamtprofit gleich dem Gesamtmehrwert und gleichzeitig die Gesamtpreise der Produktion gleich den Gesamtwerten macht, mit der Durchschnittsprofitrate als invarianter Klammer zwischen beiden Bewertungssystemen.cite-ref-2[2]

Wenn Werte in Preise transformiert werden, muss das VerhÀltnis von Preis zu Wert ebenso in dem Falle gleich sein, in welchem eine gegebene Ware als Input betrachtet wird, wie in dem Falle, in dem sie als Output betrachtet wird (eine Ausnahme von dieser Annahme stellt die spÀter erörterte Temporal Single System Interpretation der AWT dar, die Inputs und Outputs explizit unterschiedlich bewertet). Nach der Transformation muss sich die Profitrate bei jedem der fraglichen Kapitalien als gleich herausstellen (eine Ausnahme von dieser Annahme stellt wiederum der spÀter erörterte, stochastisch orientierte Ansatz von Farjoun/Machover dar).

Die Proportionen von Preis zu Wert und die Profitrate werden als die wesentlichen Unbekannten angesehen. Das Transformationsproblem lĂ€sst sich damit mathematisch darauf zurĂŒckfĂŒhren:

„Kann fĂŒr die Beziehungen zwischen den verschiedenen Produktionszweigen sowie die Bedingungen, die als Resultat der Transformation erfĂŒllt sein mĂŒssen, ein determiniertes Gleichungssystem angegeben werden?“

(Die Anzahl der unabhÀngigen Gleichungen muss der Anzahl der Unbekannten entsprechen!)

Zur Entstehungsgeschichte

Karl Marx hat die drei BĂ€nde von Das Kapital und die Theorien ĂŒber den Mehrwert in beinahe umgekehrter Reihenfolge geschrieben als sie dann veröffentlicht wurden. Nach seinem Tode wurden die verbleibenden Manuskripte des Kapital von Friedrich Engels herausgegeben, die Theorien ĂŒber den Mehrwert (oft auch als „vierter Band des Kapital“ bezeichnet) dann von Karl Kautsky. Schon Herausgeber Engels hatte das Problem der Umrechnung von Werten in Preise öffentlich zur Diskussion gestellt (Vorworte Band II, Band III und Nachwort). Es kam dadurch im Laufe der Jahrzehnte zu einer, von Engels als „PreisrĂ€tsel-Literatur“ bezeichneten Welle von LösungsvorschlĂ€gen.

Erster Höhepunkt war die Kontroverse zwischen Eugen von Böhm-Bawerk und Rudolf Hilferding, die sich allerdings noch nicht mit dem Transformationsproblem im engeren und mathematisch formalisierten Sinn beschĂ€ftigte. Ladislaus von Bortkiewicz begann damit, auf die Problemstellung mathematische Methoden der linearen Algebra anzuwenden. Schließlich hat Paul A. Samuelson sich der formalen Lösung des aufgeworfenen Problems angenommen und behauptete, dass es keinen Algorithmus gebe, der von Arbeitswerten hin zu Produktionspreisen fĂŒhre:

„Betrachte zwei alternative, widersprĂŒchliche Systeme. Schreibe das eine hin. Zur Transformation nimm einen Radiergummi und radiere es aus. Schreib dann stattdessen das andere hin. VoilĂ ! Damit ist der Transformationsalgorithmus beendet.“cite-ref-3[3]

Samuelsons methodische Herangehensweise hat Paul Mattick (1974) aus marxistischer Sicht in seinem Aufsatz Samuelsons Transformation des Marxismus in bĂŒrgerliche Wirtschaftstheorie in scharfer Form zurĂŒckgewiesen. Die Diskussion im Gefolge Samuelsons zeigt, dass Samuelsons Beitrag nicht das vom Autor erhoffte „letzte Wort“ zum Thema war, sondern die vorlĂ€ufige Zwischenstufe eines bestimmten Interpretationsschemas in einer bis heute andauernden Debatte.

Obwohl Marx wie Engels der Lösung dieses Problems gerade auch in seiner formalen Darstellungsform einen hohen Stellenwert eingerÀumt hat, stellt sich die Frage, warum die AWT gezwungen sein könnte, die Einkommensverteilung (inkl. Erzeugung von Mehrwert) und die relative Preisstruktur in ein und demselben Modell zu erklÀren. Wie Pierangelo Garegnani nachgewiesen und es sich nicht zuletzt in der Kapitalkontroverse herausgestellt hat, ist die von Paul Samuelson als Alternative dazu favorisierte Gleichgewichtstheorie zusammen mit der GrenzproduktivitÀtstheorie noch nicht in der Lage, die Frage der Wertbestimmung (hier: des Kapitals) zu beantworten.

Kritikern zufolge hat Marx entweder eine grundsĂ€tzliche Inkonsistenz im ökonomischen Modelldenken nachgewiesen oder aber gezeigt, dass die Wertrechnung gegenĂŒber der Rechnung in Produktionspreisen völlig ĂŒberflĂŒssig sei. Hintergrund ist, dass man sich hierdurch auch der Ausbeutungs- und Mehrwerttheorie fĂŒr entledigt wĂ€hnt. Diese Sichtweise bleibt aber nach wie vor umstritten, weil es eine Reihe konsistenter Lösungen des Transformationsproblems gibt und deshalb die Behauptung einer „Redundanz der Werttheorie“cite-ref-4[4] nur aufrechterhalten werden kann, wenn das Problem in einer sehr spezifischen und engen Art und Weise interpretiert wird.

Die Ladislaus von Bortkiewicz-Lösung

Die klassische und auch von Paul M. Sweezy favorisierte Lösung des Problems unter Beibehaltung der AWT stammt von Ladislaus von Bortkewitsch und wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt. In einem simultanen Gleichungssystem sollten sĂ€mtliche Warenwerte (also auch die bei Marx nicht transformierten Anteile des konstanten und des variablen Kapitals) in Produktionspreise ĂŒberfĂŒhrt werden. Durch dieses System simultaner wechselseitiger Verflechtung musste aber eines der Marxschen „Invarianzpostulate“:

A) Summe der Preise = Summe der Werte oder

B) Summe des Mehrwerts = Summe der Profite

aufgegeben werden. Bortkiewicz entschied sich fĂŒr A), um die (vermeintlich wichtigere) Ausbeutungstheorie nicht zu gefĂ€hrden und die Goldware zum NumĂ©raire zu machen. In seinem Gleichungssystem werden drei Produktionssektoren vorausgesetzt, die Produktionsmittel (Abteilung I), KonsumgĂŒter (Abteilung II) und LuxusgĂŒter (Abteilung III) produzieren. Das Ganze hat dann die folgende Gestalt:

(c1x + v1y) (1+r) = (c1 + c2 + c3) x
(c2x + v2y) (1+r) = (v1 + v2 + v3) y
(c3x + v3y) (1+r) = (m1 + m 2+ m3) z

Hierbei sind x, y und z die Preiskoeffizienten, welche auch als Transformations-Koeffizienten bei der Umrechnung von Werten in Preise verstanden werden können. Die fĂŒr alle drei Sektoren gleiche Profitrate ist 1+r. In der jeweils linken Spalte werden die Wertbestandteile des konstanten und des variablen Kapitals jedes Sektors nach Multiplikation mit dem jeweils zustĂ€ndigen Umrechnungsfaktor (x bzw. y) addiert und dann mit der allgemeinen Profitrate multipliziert, so dass dem transformierten variablen und konstanten Kapital der Durchschnittsprofit zugeschlagen wird. Auf der rechten Seite der Gleichung wird z. B. in Abteilung 1 das konstante Kapital aller drei Sektoren (c1 + c2 + c3), welches ja den Output von Abteilung I darstellt, zusammengezĂ€hlt und mit x als dem Transformations-Koeffizienten multipliziert. Durch das Gleichheitszeichen wird garantiert, dass sĂ€mtliche in Preise ausgedrĂŒckten Bestandteile an konstantem Kapital aller drei Sektoren mit dem transformierten Gesamtaufwand des ersten Sektors (der diese Bestandteile ja herstellt) identisch sind. Es gilt hier das Saysche Theorem, Konstanz der Technik und eine gleiche Umschlagszeit fĂŒr alle Kapitalien. Das System ist rein statisch und verbindet Inputs simultan mit Outputs. Zeit und KausalitĂ€t gibt es in dieser Modellwelt folglich nicht, Vorprodukte und Endprodukte stehen in einem VerhĂ€ltnis quantitativer IdentitĂ€t, das durch den Produktionsprozess nicht tangiert wird.

Wie mit Sektor 1 wird ebenso mit Sektor 2 und 3 verfahren. Den drei Gleichungen stehen, wie wir leicht erkennen können, vier Unbekannte gegenĂŒber: Die Umrechnungs-Koeffizienten x, y und z sowie die Profitrate r. Bortkiewicz schließt das System nun durch die Vorgabe von z = 1. Somit wird die LuxusgĂŒter-Abteilung 3 zum NumĂ©raire und die IdentitĂ€t von Werteinheit und Preiseinheit im LuxusgĂŒtersektor als gegeben vorausgesetzt. Folglich stimmt durch dieses Verfahren die Mehrwert- mit der Profitsumme ĂŒberein, denn der addierte Mehrwert aller drei Sektoren wird mit Eins multipliziert und somit nicht verĂ€ndert. Allerdings wird diese Invarianz in Sektor 3 mit dem Effekt bezahlt, dass Wert- und Preissumme in aller Regel divergieren. Warum ist dies so?

Dies liegt daran, dass, wie in jedem Sektor eben auch in Sektor 3 die organische Zusammensetzung des Kapitals ĂŒber oder unter dem gesellschaftlichen Durchschnitt liegen und folglich der Preis der LuxusgĂŒter ebenfalls variieren kann. Diese VerĂ€nderung begrĂŒndet sich ja dadurch, dass mit der Wert-Preis-Transformation der Mehrwert in Profit verwandelt wird, dass die Bemessungsgrundlage der RentabilitĂ€t also nicht mehr das variable Kapital ist, sondern das konstante plus das variable Kapital. Sweezy hat dies unter Voraussetzung, dass in Sektor 3 Gold als Luxusgut produziert wird, so ausgedrĂŒckt:

„Da ex hypothesi Preis und Wert einer Einheit Gold zahlenmĂ€ĂŸig beide gleich eins sind, kann die Tatsache, dass ihr Preis ‚höher’ als ihr Wert ist, nur durch die Tatsache ausgedrĂŒckt werden, dass der Durchschnittspreis aller anderen Waren niedriger ist als ihr Durchschnittswert. Noch anders ausgedrĂŒckt: Wenn die organische Zusammensetzung des Kapitals in der Goldindustrie relativ hoch ist, wird die Transformation von Wert in Preis die Kaufkraft des Goldes erhöhen.“cite-ref-5[5]

Die Abweichung der Wertsumme von der Preissumme ist somit selbst unmittelbar die Folge der Normierung des dritten Sektors, denn Sektor 3 transformiert sich letztlich doch, nĂ€mlich relativ zu den anderen Sektoren ĂŒber seine eigene Kaufkraft im Preissystem. Akkumuliert wird nicht in diesem System, sondern der gesamte Mehrwert verkonsumiert, es handelt sich also um ein System mit „einfacher Reproduktion“. Offensichtlicher Nachteil der Bortkiewiczschen Lösung ist die quantitative Differenz zwischen Wert- und Preissumme, die außer bei dem sehr speziellen Fall gleicher organischer Zusammensetzung aller drei Sektoren oder bei einem Mehrwert von null in jedem weiteren Fall vorkommt.

Der Lösungsvorschlag Bortkiewicz’ wurde im Prinzip bereits 12 Jahre vor Bortkiewicz und damit noch vor Erscheinen des dritten Bandes des Marxschen „Kapital“, von dem Sozialdemokraten Wolfgang MĂŒhlpfordt antizipiert und veröffentlicht. MĂŒhlpfordts Studie geriet fast ein Jahrhundert lang in Vergessenheit. Bortkiewicz Algorithmus wurde im Verlauf der Debatte verschiedentlich verbessert und durch Francis Seton von einer Lösung mit drei Sektoren zu einer Lösung mit beliebig vielen Sektoren erweitert. Mit Setons Beitrag aus dem Jahre 1956 ging diese Phase der Diskussion zu Ende. Von Sraffa wurde dann ein Ă€hnliches Alternativverfahren entwickelt, welches die AWT gĂ€nzlich aufgab, stattdessen die stoffliche Verflechtungsstruktur einer „Warenproduktion mittels Waren“ zur Basis machte und daraus ein Preissystem entwickelte, welches unabhĂ€ngig von subjektiven NutzenschĂ€tzungen die Warenpreise bestimmt. Sraffa verzichtet auf die AWT, auch wenn er die mathematischen Grundlagen zur endgĂŒltigen Lösung des Transformationsproblems aus Sicht der Gleichgewichtsökonomie liefert.

Ob die Lösung durch Bortkiewicz das Transformationsproblem löst ist umstritten. Friedrun Quaas beispielsweise hĂ€lt dafĂŒr, dass es mit dem Verfahren Bortkiewicz „möglich ist, Produktionspreise aus den Arbeitswerten konsistent abzuleiten“.

Der Beitrag von Carl Christian von WeizsÀcker

Carl Christian von WeizsĂ€cker untersuchte das Problem (1962, 1971) unter der Annahme, dass die Wirtschaft mit einer Rate gemĂ€ĂŸ der sogenannten goldenen Regel der Akkumulation wĂ€chst. Er kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Produktionspreise als Arbeitswerte darstellen lassen. Allerdings sind die Produktionspreise eines Endproduktes nicht einfach proportional der Summe der Arbeitswerte aller Produkte, die fĂŒr die Herstellung des Endproduktes nötig sind. Vielmehr werden frĂŒhere Arbeitswerte bis zum Zeitpunkt der Fertigstellung des Endproduktes „verzinst“, wobei die Profitrate, die bei Geltung der „goldenen Regel“ gleich der Rate des Wirtschaftswachstums ist, als Zinssatz dient.cite-ref-6[6]

Marxistische Antworten auf den „Sraffa“-Schock

Allerdings ist seit Piero Sraffas Grundlegung des modernen Neoricardianismus im Jahre 1960 klar, dass sich Bortkiewicz’ Algorithmus in letzter Instanz in ein Gleichungssystem verwandeln lĂ€sst, in welchem Arbeitswerte nur noch als redundante Nebenprodukte vorkommen. Ihnen kommt zur Berechnung von Gleichgewichtspreisen in formaler Hinsicht kein prioritĂ€rer Status zu.

Dieser „Sraffa-Schock“ hat verschiedene Antworten von marxistischer Seite hervorgerufen:

1. Von (ehemaligen) Marxisten wie Ian Steedman wurde die AWT komplett aufgegeben und stattdessen der Fokus auf die auch ohne Rekurs auf Arbeitswerte formulierbare Theorie des physischen Mehrprodukts und der klassenförmigen Verteilung des Surplus gelegt. Hans-Georg Sprotte konnte 1978 den formalen Beweis erbringen, dass selbst bei voller Akzeptanz des Sraffa-Algorithmus die AWT fĂŒr den Fall gleichgewichtigen Wachstums rehabilitiert werden kann, denn in diesem Fall verteilt sich das Mehrprodukt so proportional auf alle Systemkomponenten, dass seine Zusammensetzung dem gesellschaftlichen Gesamtprodukt en miniature entspricht. Die Normierung des Mehrproduktes zu einer „Standardware“ durch die „goldene Regel der Akkumulation“ löst das Transformationsproblem zwar, bedeutet aber den Verzicht auf jedwede krisentheoretische Anwendung der AWT. Diese wachstumstheoretische Lösung des Transformationsproblems wurde von Michio Morishima 1973 dargestellt.
2. Von Michio Morishima wurde die neoricardianische Kritik angenommen, aber die prinzipielle Ablehnung der AWT zurĂŒckgewiesen. Nach Morishima lĂ€sst sich nĂ€mlich die wertförmige Ausbeutungsthese insofern rechtfertigen, als eine positive Profitrate (und damit Ausbeutung im Marxschen Sinne) immer mit der Existenz eines positiven Mehrwerts korrelieren muss. Der Abweichung des preisförmigen vom wertförmigen Mehrprodukt ist somit eine objektive Schranke vorgegeben und folglich die RĂŒckbindung des Profits an den Mehrwert gewĂ€hrleistet. Trotz des Transformationsproblems lĂ€sst sich der Profit also in letzter Instanz immer auf unbezahlte Mehrarbeit zurĂŒckfĂŒhren. Diesen Sachverhalt bezeichnete Morishima als „Marxsches Fundamentaltheorem“ (MFT). In Gefolge der Thesen Morishimas zum „Marxschen Fundamentaltheorem“ entwickelte sich eine Debatte in der es darum ging, ob nicht unter speziellen Bedingungen („Kuppelproduktion“) positive Mehrwertquanten mit negativen Profiten korrelieren könnten und umgekehrt. Das Transformationsproblem wĂ€re dann gewissermaßen „auf die Spitze getrieben“, denn nun wĂŒrden positive WertgrĂ¶ĂŸen nach der Transformation negative PreisgrĂ¶ĂŸen ergeben können (und vice versa), was offensichtlich zu vollkommen unsinnigen Interpretationen dieser Verwandlungsprozedur fĂŒhren mĂŒsste. Ausgelöst wurde diese Debatte 1975 durch eine Kritik Ian Steedmans am MFT mittels eines zahlenmĂ€ĂŸig prĂ€sentierten Gedankenspiels. Morishima begegnete dieser Kritik mit einer Gegenkritik der Beispiele Ian Steedmans und der Formulierung des „Generellen Marxschen Fundamentaltheorems“ (GMFT), welches auch fĂŒr den Fall der Kuppelproduktion gĂŒltig bleibt. Letztlich hat im Verlauf dieser Debatte jede Partei ihre Interpretation der AWT als bestĂ€tigt angesehen. Aus Steedmans Sicht wurde das MFT widerlegt: Morishimas Lösungsversuche – die auf einer Uminterpretation „gesellschaftlich notwendiger Arbeitszeit“ in „gesellschaftlich optimale“ Werte mittels linearer Optimierung beruhen – verĂ€nderten seiner Ansicht nach den Gehalt der AWT nachhaltig, so dass der Gegenstandsbereich nicht mehr mit der Marxschen Arbeitswerttheorie vereinbar sei. Aus Morishimas Sicht waren dagegen einerseits Steedmans Beispiele logisch nicht haltbar bzw. unrealistisch und andererseits durch eine einfache Erweiterung des MFT zum GMFT (das Kuppelproduktion berĂŒcksichtigt) selbst in der vorliegenden Form integrierbar und somit kein prinzipielles Problem fĂŒr die AWT. Die Frage, ob sich das GMFT nun noch sehr begrenzt auf die Marxschen Texte berufen kann, ist zweifellos zugunsten Steedmans zu entscheiden – Morishima konnte sich zur StĂŒtzung des GMFT lediglich auf eine Passage aus dem „Elend der Philosophie“ von Marx beziehen – also einen Text, der kurz vor dem „Kommunistischen Manifest“ (genauer: von Dezember 1846 bis Juni 1847) geschrieben wurde. Zur Frage allerdings, ob das GMFT in sich konsistent ist, ist diese Debatte zur Marx-Exegese ohne Belang.
3. Von Autoren wie Paul Mattick wurde der ErklĂ€rungsgehalt der AWT so modifiziert, dass das Transformationsproblem in seiner quantitativen Gestalt letztlich verschwunden ist. Eine neuere Version dieser Interpretation des Transformationsproblems vertritt Michael Heinrich, der einerseits die simultane Formalisierung der Werttheorie (dass sich also letztlich Preisstrukturen auf Preisstrukturen beziehen) akzeptiert, andererseits aber die Wertformanalyse als den zentralen Kerngehalt der AWT betrachtet. Folglich können Sraffa-Preise ex post per Wertformanalyse auf abstrakte Arbeit zurĂŒckgefĂŒhrt und das Transformationsproblem so umgekehrt bzw. aufgelöst werden. Mittels der neoricardianischen Modelle ist eine solche mathematische RĂŒckfĂŒhrung aller Preisbestandteile einschl. des Mehrproduktes auf Arbeitswerte ja ausdrĂŒcklich möglich, die Arbeitswerte sind lediglich zur Ermittlung der Gleichgewichtspreise in formaler Hinsicht ĂŒberflĂŒssig. Ein quantitatives Problem der Wert-Preis-Rechnung existiert in Heinrichs „monetĂ€rer Werttheorie“ folglich nicht mehr, denn eine Umverteilung von Arbeitswerten (zur Berechnung von Produktionspreise in der „VorwĂ€rtsbewegung“) wie in den gĂ€ngigen Umrechnungsmodellen setzt nach Heinrich ein prĂ€monetĂ€res VerstĂ€ndnis der Marxschen Arbeitswerttheorie voraus. Wenn aber der Wert konsequent als monetĂ€res PhĂ€nomen – entsprechend der Wertformanalyse – gedacht wird, können Arbeitswerte nur in der Gestalt von monetĂ€ren Produktionspreisen erscheinen, denn dies sind die monetĂ€ren AusdrĂŒcke der tiefer liegenden Produktionsbeziehungen (die in der Werttheorie reflektiert werden). SĂ€mtliche Transformationsalgorithmen laufen so auf die implizite Vorstellung prĂ€monetĂ€r existierender Wertquanten hinaus, die außerhalb ihrer Erscheinungsform (nĂ€mlich der Geldform) bereits in quantitative WirkungszusammenhĂ€nge treten. Entsprechend verwirft Heinrich den von Bortkiewicz begonnenen Teil der Debatte aufgrund des in diesem Diskurs verwendeten prĂ€monetĂ€ren Wertbegriffs. Das VerhĂ€ltnis von Werten zu Preisen wird bei Heinrich also erkenntnistheoretisch interpretiert als „begriffliches EntwicklungsverhĂ€ltnis“, welches „den Formgehalt des Austausches zwischen Kapital und Arbeit ausdrĂŒckt.“cite-ref-7[7]
4. Es wurden unter prinzipieller Anerkennung der Problematik und des „nicht zu Ende gefĂŒhrten“ marxschen Verfahrens bessere LösungsvorschlĂ€ge erarbeitet, die anders als die neoricardianische Methode die AWT stĂŒtzen. Besonders die New solution of the transformation problem der Autoren Dumenil, Foley und Lipietz, rezipiert und diskutiert v. a. im angloamerikanischen Raum, hat hier ein Zeichen gesetzt. Im Rahmen der New Solution wird die Transformation auf das Nettoprodukt beschrĂ€nkt und der Wert der Arbeitskraft nicht mehr als Reallohn, sondern als Geldlohn interpretiert. Somit wird der Wert der Ware Arbeitskraft nicht durch ein gegebenes KonsumgĂŒterbĂŒndel bestimmt, sondern als Geldlohneinkommen, das einen allgemeinen Anspruch auf einen Teil des Gesamtoutputs reprĂ€sentiert. Der Anteil der Löhne am Volkseinkommen wird daher per Annahme im Wertsystem und im Preissystem gleichgesetzt. Interessanterweise wurde diese Lösung bereits in den sechziger Jahren von Joan Robinson antizipiert, blieb aber weitgehend unbemerkt.
5. Die beiden israelischen Mathematiker Emmanuel Farjoun und Moshe Machover umgehen das Transformationsproblem in seiner „klassischen“ Gestalt unter Beibehaltung der AWT, indem sie das Konstrukt einer allgemeinen Profitrate ablehnen und als Alternative mit einem stochastischen Ansatz arbeiten. Farjoun und Machover weisen darauf hin, dass die kapitalistische Konkurrenz Mechanismen hervorbringt, die sowohl in die Richtung einer Durchschnittsprofitrate drĂ€ngen, als auch die „Gegenbewegungen“ zur Zerstörung der allgemeinen Profitrate beinhalten. Es sei deshalb realistischer, davon auszugehen, dass ein „Profitratenspektrum“ existiert, das wahrscheinlichkeitstheoretisch zu erfassen wĂ€re (bei Farjoun/Machover mittels einer Kurve der Gammaverteilung) und nicht deterministisch ĂŒber lineare Algebra. Dabei ist das Schwankungszentrum der von Farjoun und Machover ermittelten Warenpreise ganz nah an den reinen Arbeitswerten des ersten Bandes des Kapital. Eine Reihe empirischer Untersuchungen stĂŒtzen diese Auffassungcite-ref-8[8] und auch Fritz Helmedag hat in seiner Studie „Warenproduktion mittels Arbeit“ auf die Konsistenz und LeistungsfĂ€higkeit der „reinen“ AWT hingewiesen, wobei Helmedag keinen probabilistischen Ansatz vertritt. Farjouns und Machovers Studie hat in der angloamerikanischen Literatur ein weit grĂ¶ĂŸeres Echo hervorgerufen als im deutschsprachigen Raum, wo ihr Ansatz nahezu unbekannt blieb (ihr Hauptwerk „Laws of Chaos, A Probabilistic Approach to Political Economy“ ist nie ĂŒbersetzt worden ins Deutsche)cite-ref-9[9]cite-ref-10[10]
6. Ein in neuerer Zeit, z. B. von Andrew Kliman (2007) oder Alan Freeman (1996) vertretener Ansatz aus dem angloamerikanischen Raum stellt die „Temporal Single System Interpretation“ (TSSI) des Transformationsproblems dar. Dieser Ansatz verwirft generell die Auffassung, dass lineare Gleichungssysteme ein adĂ€quates methodisches Verfahren fĂŒr eine sinnvolle Darstellung des VerhĂ€ltnisses von Werten zu Preisen liefern. Im Gegensatz dazu interpretieren diese Autoren die AWT erstens nicht „simultanistisch“, also Inputs und Outputs des Produktionsprozesses zeitgleich berechnend, sondern „temporal“. Der Reproduktionsprozess des Kapitals wird hier kausal-zeitförmig verstanden, womit wiederum die Voraussetzung, dass Input- und Outputpreise identisch sein mĂŒssen, entfĂ€llt. Zweitens verweist der Begriff „Single System“ darauf, dass diese Autoren Wert- und Preisebene nicht als zwei streng getrennte Funktionsbereiche verstehen („dualistische Interpretation“), sondern als untrennbar miteinander verbunden. Hierbei werden die Werte der Input-Waren als monetĂ€re Bewertungen an einem bestimmten kausalen Punkt der Verwertungsbewegung des Kapitals verstanden, wobei diese Bewertung nicht dualistisch erfolgt. Die Werte der Inputs sind als monetĂ€re GrĂ¶ĂŸen de facto PreisgrĂ¶ĂŸen, denn Inputs sind durch geldförmige Investitionen fest fixierte und im Verlauf der weiteren Verwertungsbewegung nicht mehr quantitativ neu bewertete Preise fĂŒr erworbene Produktionsmittel. Hier schließt die TSSI also an die New Solution an, wobei in der New Solution nur die Geldlöhne monetĂ€r interpretiert werden, mit der Folge, dass in diesem Modell offenbar Produktionsmittel dem Naturaltauschmodus unterliegen und Löhne mit Geld bezahlt werden. Die TSSI dagegen versteht konstantes und variables Kapital monetĂ€r, als jeweils in Geld bezahlte (und damit im weiteren Verwertungsprozeß quantitativ invariante) InvestitionsgrĂ¶ĂŸen. Outputpreise können in der TSSI keine simultane RĂŒckwirkungen auf Inputpreise einer bereits abgeschlossenen Produktionsperiode haben, sondern erst in der nĂ€chsten (kausal-zeitlich folgenden) Verwertungsbewegung Inputpreise determinieren. Bei kausal-zeitförmiger Interpretation des Marxschen Transformationsverfahrens lösen sich die klassischen, seit Bortkiewicz diskutierten Probleme folglich nach Ansicht dieser Autoren auf. Entsprechend verweisen sie auf Bortkiewicz’ enge Verbindung zur Allgemeinen Gleichgewichtstheorie der Neoklassik und widmen der Kritik dieser neoklassischen Marxinterpretation viel Raum.
7. Auch fĂŒr Ernest Mandel,cite-ref-11[11] Hans-Peter BĂŒttnercite-ref-12[12] und Klaus MĂŒllercite-ref-13[13] existiert ein Transformationsproblem der Umrechnung von Werten in Produktionspreise nur deshalb, weil mit Simultanverfahren mathematische Methoden angewandt wĂŒrden, die den kausal-zeitlichen Zusammenhang der Produktion und Wertschöpfung nicht erfassen. Dass die Transformation der Werte in Produktionspreise und die der sektoralen Profitraten in eine allgemeine Durchschnittsprofitrate – vgl. Marx’ Ausgleich der Profitraten zur allgemeinen Durchschnittsprofitrate – empirisch nicht nachgewiesen werden können (Farjoun, Machover, Fröhlich), liege daran, dass es sich um ein Ausgleichsmodell handelt, das auf zahlreichen PrĂ€missen beruhe, von denen die meisten in der RealitĂ€t nicht erfĂŒllt seien.cite-ref-14[14] Daher ist die Transformation nur eine „plausible Tendenz“, die allgemeine Profitrate und der Produktionspreis „bewegliche, unerreichbare Ziele“ (Georg Quaas).cite-ref-15[15]

Literatur

‱ Friedrich Eberle (Hrsg.): Aspekte der Marxschen Theorie 1. Zur methodologischen Bedeutung des 3. Bandes des ‘Kapital’. Frankfurt 1973.
‱ Ladislaus von Bortkiewicz: Wertrechnung und Preisrechnung im Marxschen System (1). In: Archiv fĂŒr Sozialwissenschaft und Sozialpolitik. Band 23, Nr. 1, 1906, S. 1–50 (Wikimedia Commons [PDF]).
‱ Ladislaus von Bortkiewicz: Wertrechnung und Preisrechnung im Marxschen System (2). In: Archiv fĂŒr Sozialwissenschaft und Sozialpolitik. Band 25, Nr. 1, 1907, S. 10–51 (Wikimedia Commons [PDF]).
‱ Ladislaus von Bortkiewicz: Wertrechnung und Preisrechnung im Marxschen System (3). In: Archiv fĂŒr Sozialwissenschaft und Sozialpolitik. Band 25, 1907, S. 455–488 (Wikimedia Commons [PDF]).
‱ Ladislaus von Bortkiewicz: Zur Berichtigung der grundlegenden theoretischen Konstruktion von Marx im dritten Band des 'Kapital'. In: JahrbĂŒcher fĂŒr Nationalökonomie und Statistik (III. Folge). Band 34, 1907, S. 319–335 (Wikimedia Commons [PDF]).
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Weblinks

‱ Michael Heinrich: Was ist die Werttheorie noch wert?
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‱ Hans-Peter BĂŒttner: Wertbegriff und ökonomische Theorie
‱ Thomas Walter: „Arbeitswertlehre – noch aktuell?“ Arbeitswertlehre bei Marx und in herrschender Ökonomie, marx21.de

Quellen

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cite-note-22. ↑ vgl. hierzu Ronald L. Meek: Einige Bemerkungen zum Transformationsproblem. in: Friedrich Eberle (Hrsg.): Aspekte der Marxschen Theorie 1. Zur methodologischen Bedeutung des 3. Bandes des ‘Kapital’. Frankfurt 1973. S. 255–274 (Aus dem Engl. von Joska Fischer und JĂŒrgen Ritsert; aus: Economics and Ideology and other Essays. London 1967)
cite-note-33. ↑ Paul Anthony Samuelson: Zum VerstĂ€ndnis des Marxschen Begriffs ‚Ausbeutung’: Ein Überblick ĂŒber die sogenannte Transformation von Werten in Produktionspreise. In: Hans G. Nutzinger, Elmar Wolfstetter (Hrsg.): Die Marxsche Theorie und ihre Kritik. I. Gießen 1974, S. 239
cite-note-44. ↑ Eberhard Feess-Dörr: Die Redundanz der Mehrwerttheorie. Ein Beitrag zur Kontroverse zwischen Marxisten und Neoricardianern. Marburg 1989.
cite-note-55. ↑ Paul M. Sweezy: Theorie der kapitalistischen Entwicklung. Frankfurt 1971, S. 148.
cite-note-66. ↑ Carl Christian von WeizsĂ€cker: A New Technical Progress Function (1962). In: German Economic Review, 2010, 11/3 (Erstveröffentlichung eines 1962 geschriebenen Artikels). C. C. WeizsĂ€cker, P. A. Samuelson: A new labor theory of value for rational planning through use of the bourgeois profit rate. In: Proceedings_of_the_National_Academy_of_Sciences, Juni 1971, Band 68, Nummer 6, S. 1192–1194; PMID 16591926, PMC 389151 (freier Volltext).
cite-note-77. ↑ Michael Heinrich (1999), S. 281 ff.
cite-note-88. ↑ Nils Fröhlich: Die ÜberprĂŒfung klassischer Preistheorien mithilfe von Input-Output-Tabellen. In: Wirtschaft und Statistik, 5/2010, S. 503–508. „Insgesamt spricht vor dem Hintergrund der deutschen Input-Output-Tabellen von 2000 und 2004 einiges dafĂŒr, dass die realen Preise tatsĂ€chlich durch das klassische Wertgesetz reguliert werden – 
“
cite-note-99. ↑ Zum 25-jĂ€hrigen JubilĂ€um der Erstveröffentlichung von „laws of chaos“ findet sogar eine Konferenz an der UniversitĂ€t Kingston, UK, statt; iwright.googlepages.com
cite-note-1010. ↑ Emmanuel Farjoun, Moshe Machover: Laws of Chaos; A Probabilistic Approach to Political Economy. Verso, London 1983; Free verso books
cite-note-1111. ↑ Ernest Mandel: Kontroversen ĂŒber „Das Kapital“. Berlin 1991, S. 213.
cite-note-1212. ↑ Hans-Peter BĂŒttner: Kritik der Politischen Ökonomie im 21. Jahrhundert. Zur neueren Debatte um das marxsche „Transformationsproblem“. In: PROKLA. Band 188, Nr. 3. MĂŒnster 2017, S. 453–469.
cite-note-1313. ↑ Klaus MĂŒller, Georg Quaas: Kontroversen ĂŒber den Arbeitswert. Potsdam 2020, S. 75–101, 211 f.
cite-note-1414. ↑ Klaus MĂŒller: Profit. Köln 2016, S. 77–86.
cite-note-1515. ↑ Klaus MĂŒller, Georg Quaas: Kontroversen ĂŒber den Arbeitswert. Potsdam 2020, S. 48.